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26
April
2012

„Wenn die Schwachen den Starken helfen“

 

20. Bildungsdialog der SPD-Landtagsfraktion zur Gemeinschaftsschule in Puchheim

„Dass das bayerische Bildungssystem verbessert werden muss“, davon war am Abend des 24. April nicht nur Kathrin Sonnenholzner überzeugt, auch die 80 Gäste der Dialogveranstaltung waren sich darüber einig, dass es noch eine Vielzahl an ungelösten Fragen in den Schulen gibt. Um einen konkreten Lösungsvorschlag zu präsentieren, hatte Sonnenholzner die Bildungsexperten der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll, Vorsitzender des Bildungsausschusses, und Dr. Simone Strohmayr, Mitglied des Ausschusses, eingeladen.

Zu Beginn der Veranstaltung stand die Situation in der Region im Mittelpunkt. Peter Wittmack, 1. Bürgermeister von Schondorf am Ammersee gab im Gespräch mit Kathrin Sonnenholzner einen kurzen Einblick in die Nöte vor Ort und sprach über seine Vorstellungen und Wünsche an eine zukunftsfähige Bildungspolitik. „Uns Kommunalpolitikern fehlt die Planungssicherheit. Das Hü und Hott der derzeitigen Bildungspolitik hemmt die Kommunen.“ Norbert J. Seidl, Stadtrat und Bürgermeisterkandidat in Puchheim erlebt in der eigenen Praxis als Lehrer und Schulpsychologe die Verunsicherung der Eltern. „Der Übertrittsdruck in der 4. Klasse ist derart stark, dass ich mich zu 70% meiner Tätigkeit mit den Anträgen zum Thema Legasthenie beschäftigen muss. Viele Eltern wissen sich oft keinen anderen Ausweg mehr, um ihren Kindern den Zugang zu weiterführenden Schulen zu ermöglichen.“

Martin Güll tourt seit über einem Jahr mit dem Thema Gemeinschaftsschule durch ganz Bayern – über 125.000 km hat er für seine Vision einer neuen Schule schon zurückgelegt. Auf Sonnenholzners Frage, was ihn antreibt durch Bayern zu fahren, sagt er, „es ist notwendig den Blick dahin zu wenden, wo Probleme sind, die aufgelaufen sind und wo es gilt nach neuen Lösungen zu suchen.“ Dass es ihm nicht um Parteipolitik oder Ideologiestreitigkeiten geht, sei die Grundlage um mit den Bürgern in einen echten Dialog zu treten. „Nach 30 Jahren Schule und dann dem Wechsel in die Politik, interessiert mich nicht Ideologie, mich interessieren Lösungsansätze!“, so der ehemalige Schulleiter der Hauptschule Markt Indersdorf.

Im Anschluss an die inhaltliche Vorstellung standen Güll und Dr. Strohmayr in zwei Dialoggruppen Rede und Antwort. Lebhaft wurde über den derzeit herrschenden Bildungsnotstand diskutiert. Doch die Idee der Gemeinschaftsschule fand bei allen Beteiligten auf regen Zuspruch. Bei der Zusammenfassung war man sich einig, dass die Zeit der Flickschusterei am Bildungssystem vorbei sei und endlich neue Wege beschritten werden müssen.

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